Christian

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DSC_0171Ich heiße Lucile und möchte euch Christian vorstellen…
Das erste Mal habe ich Christian 2005 getroffen. Er lief, geschickt wie ein Gämsbock auf dem Weg hinter meiner Hütte in Andalusien den Hügel hinunter. Er war 23 Jahre alt.
Er kam mich manchmal in Spanien besuchen, wir tratschten über den Verein, den er in seinem Bergdorf gegründet hatte, das akustische Musikfestival, das Ritterfeuer auf dem Platz. Er erzählte mir von einer für mich vollkommen unbekannten Welt — fast wie ein Märchen.
Manchmal fragte ich während wir sprachen: Was macht denn ein Südtiroler Gämsbock in den Bergen der spanischen Sierra Nevada? Die Antwort ist, dass Christian Abenteuer liebt, die den Geist und das Herz laben, die einen bereichern und einem viel mitgeben, damit man seine Träume und Projekte verwirklichen kann.
Ich hatte auch den Eindruck, dass er einfach gerne Grenzen überwindet.
2009 entschied er sich schließlich für den Abschied. Abschied von Sankt Vigil und seinen ladinischen Wurzeln, den grauen felsigen Berge, die sich im Abendlicht rosa färben, von seiner Zusammenarbeit mit dem Verein, seiner Arbeit als Koch im Hotel seiner Familie, den Freunden und den mit Geranien geschmückten Bauernhöfen, wie auch (zum Glück!) von seinen Lederhosen. Und er zog zu mir auf meinem Hügel mit Olivenbäumen, um mein Abenteuergefährte zu werden!
Wir haben unser Paradies zuerst in Spanien gesucht, dann in Südtirol, aber es war die Toskana, dies es uns antat, denn hier fanden wir 2011 Reggioli.
Während unsere wunderschönen, blonden Kinder wie kleine Gänseblümchen sprossen, sprang Christian dieses Mal vom Zaun zum Traktor, vom Gemüsegarten zur Baustelle, von Tieren zu Trockenmauerwerken, von der Olivenernte zu… usw. Vom Gämsbock zum Reh. Er vernachlässigte nichts.
Es ist schön, den Lebensweg mit ihm zu gehen, denn Träume werden wahr.
Das Unmögliche wird möglich… und Schwierigkeiten werden überwunden.
Es ist nicht immer leicht, denn Gelassenheit ist nicht seine größte Gabe.
Von den Dolomiten hat er die Stärke und die Widerstandsfähigkeit,
von seiner Kultur die Genauigkeit und das Engagement.
Sein Geist gibt ihm Loyalität und Tiefsinnigkeit, von seinen Reisen hat er die Offenheit.
Es gibt Reisen und Wege, die so schön sind, dass sie nie enden sollten.
Zum Glück ist das Leben unendlich…